Ronjas way of life


Eine Stunde Verspätung…
29.10.2008, 11:28 am
Filed under: Alltägliches

oder die merkwürdige Reise zur Arbeit.

Ja, mit fast einer Stunde Verspätung bin ich heute am Arbeitsplatz „eingelaufen“.

Die Bundesbahn?? Nein, die war heute einmal nicht Schuld, denn die kam erstaunlicherweise heute  „just in time“ und superpünktlich. Ich gebe zu, ich war heute etwas schusselig und gedankenverloren.

Es begann damit, dass ich mir einen „gemütlichen“ Sitzplatz suchen wollte. Aber überall saßen auf jeweils 2 Sitzen ein Mensch mit einer Tasche oder einem Rucksack oder Koffer oder sonst etwas. Manche Menschen brauchten ein viersitziges Abteil gleich ganz für sich, jeder Platz wurde mit Taschen, Kleidung und ein Sitz für die Füße (mit Schuhen) natürlich benutzt.

Beim Anblick eines sich auf vier Sitzen flegelnden Jugendlichen kroch Ärger in mir hoch und ich habe ihn freundlich gebeten, doch seine schmutzigen Schuhe vom Sitz zu nehmen, da andere Menschen sich vielleicht ja noch mit sauberer Kleidung darauf setzen möchten und im übrigen möge er bitte seinen Rucksack von einem Platz nehmen, damit ich mich setzen könne. Murrend zog er den Rucksack weg und ich setzte mich neben ihn. Welch ein fataler Fehler, denn nun drang mir sein unangenehmer, ungewaschener Geruch in die Nase, der mich arg störte und mich dazu veranlasste den Kopf permanent in Gangrichtung zu halten, aus dem leider auch kein sehr viel besserer Geruch zu erwarten war. Naja, ich redete mir freundlich zu, doch nicht so empfindlich und kritisch zu sein, aber am frühen Morgen auf nüchternen Magen verursachen mir solche Gerüche Übelkeit. Zum Glück dauerte die „gemeinsame“ Fahrt ja nur 2 Minuten, weil er glücklicherweise mit Sack und Pack an der nächsten Haltestelle ausstieg.

Aber… es kam noch schlimmer. Zwei schwergewichtige Menschen – vermutlich ein Ehepaar, beide genau so hoch wie breit betraten das Abteil und belegten mit einem ebenfalls übergewichtigem quadratischen Gepäckstück, das beide kaum transportieren konnten, die drei frei gewordenen Sitze. Das Gepäckstück blockierte den Gang. Der Herr ließ sich mir gegenüber auf zwei Sitzen fallen, auf denen er förmlich zu zerfließen drohte und seine Frau Gemahlin machte es sich neben mir gemütlich. Unverzüglich überfiel mich eine merkwürdige Platzangst, die mich in den Gang flüchten ließ und mir dort das Atmen erleichterte. Allerdings gestaltete sich das Lesen etwas schwieriger, vor allem weil ich immer wieder dadurch abgelenkt wurde, dass dieses merkwürdige Paar sich offensichtlich auf den vier Plätzen „häuslich“ einrichten wollte. Sie standen beide auf und versuchten dieses quadratische koffermässige Gepäckstück in ihren Sitzbereich zu schaffen, was sich äußerst schwierig gestaltete, da zunächst zwei übergewichtige Personen den Sitzbereich verlassen mussten, um dieses Gepäckstück dort unterzubringen. Sie bewältigten das mit vereinten Kräften, aber dann gab es Sitzplatz-Schwierigkeiten. Da ja beide fast zwei Plätze benötigen und nebeneinander keinen Platz finden konnten, gab es mehrere Versuche, dieses Problem zu lösen. Allmählich musste ich ein Lachen unterdrücken, denn irgendwie tat mir dieses Szenario fast leid. Jedenfalls hat dann nur noch einer von den beiden dort Platz finden können und der andere hat dann eine Reihe weiter wieder zwei Plätze in Beschlag genommen. Aber wirklich süß anzusehen war, wie sie sich durch diese räumliche Trennung mit Küßchen verabschiedeten. Leider habe ich nicht mehr mit ansehen können, wie oft sie noch „umgezogen“ sind, da ich aussteigen musste.

Da ich immer noch lesend mein Buch in der Hand hielt und beim Umsteigen in die S-Bahn – für eine Station – noch einige Minuten auf einem anderen Bahnsteig warten musste, war ich so vertieft, dass ich gar nicht bemerkte, dass ich in „falscher Richtung“ unterwegs war. Erst vier Haltestellen später bemerkte ich meinen Irrtum und wechselte die Richtung. Tja, so kam es, dass ich eine Stunde „verspätet“ im Büro ankam.

Irgendwie fand ich diese Fahrt zur Arbeit schon etwas ungewöhnlich, aber vermutlich gerade passend zu meiner orientierungslosen Stimmung und dem tristen Wetter.

Allerdings hoffe ich, dass dieses triste GRAU sich vielleicht noch in einen etwas freundlicheren Farbton verwandeln könnte… – eher so ein gelbliches Grau, mit einem kleinen tic Grün, also so ein gelblich-grünes Grau vielleicht noch mit einem klitzekleinen Schuß „rosa“ ?… (ich frag‘ mal bei Loriot nach) 🙂

 

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2 Kommentare so far
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Na, das ist mal wieder „Ronja-like“ 🙂

Kommentar von caro

in öffentlichen Verkehrsmitteln kann man manches erleben 😉

Kommentar von nedganzbachert




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